Kommentar: Was wir von der Datenautomatik halten

Kommentar zur Datenautomatik

10 Sep Kommentar: Was wir von der Datenautomatik halten

Bereits vor einigen Tagen hatten wir ausführlich über das Thema Deaktivierung der Datenautomatik berichtet. Auf diesen Beitrag hin haben wir einige Reaktionen erhalten – größtenteils Zustimmung auf unser angeführtes Fazit. Als kritisches Verbraucherportal sehen wir es als unsere Aufgabe an, auch auf Missstände oder mögliche Verbraucherfallen hinzuweisen und eine klare Stellung zu beziehen – das möchten wir mit diesem Kommentar nun nochmals unmissverständlich tun und Sie herzlich einladen, an unserer Umfrage zum Thema Datenautomatik teilzunehmen.

Die Datenautomatik: Überflüssig und sinnfrei

Unserer Meinung nach ist die Datenautomatik die überflüssigste und sinnfreieste Entwicklung des Jahres 2015 auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. Jeder verantwortungsbewusste Smartphone-Nutzer kann den Verbrauch seines Datenvolumens in etwa einschätzen und sein Nutzungsverhalten bei oder kurz vor Erreichen des Limits selbst anpassen. Da tut es abolut nicht not, dass ein Mobilfunkanbieter dem Kunden automatisch zusätzliches kostenplichtiges Datenvolumen nachliefert, obwohl dieser vielleicht gar kein weiteres Volumen wünscht. Das gleicht einer Bevormundung des Verbrauchers, die so unserer Meinung nach in keinster Weise zulässig ist und lediglich dazu dient, weiteres Geld aus dem Mobilfunkkunden zu pressen.

Kritik gibt es auch hinsichtlich der Kosten für die Datenautomatik – veranschaulichen wir das mal am Beispiel Drillisch (u.a. Marken wie smartmobil, hellomobil oder simply): Für den smartmobil LTE Hammer mit Allnet Flat, SMS Flat und 1 GB Datenvolumen zahlt man aktuell 12,99 Euro – bei Ausreizung der smartmobil Datenautomatik mit drei mal je weiteren 100 MB à 2,00 Euro kommen Mehrkosten in Höhe von 6,00 Euro hinzu. Und das für gerade einmal 300 weitere MB mit LTE Speed bis 50 MBit/s. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Für dieses lächerlich geringe Datenvolumen erhebt der Anbieter eine Aufschlag von rund 46 Prozent der gesamten monatlichen Grundgebühr – und bei preiswerten Tarifen wie dem maxxim LTE Mini 1 GB für 4,99 Euro pro Monat ist die Lage noch gravierender denn hier sind es mehr als 120 Prozent Aufschlag verglichen mit der Grundgebühr.

Das ist aber kein Drillisch-internes Problem, auch bei o2, BASE und Vodafone gibt es eine entsprechende Datenautomatik, die allerdings geringfügig anders ausfallen kann. Wer sich dazu weitergehend informieren will, dem empfehlen wir nochmals einen Blick in unsere Artikel zur Deaktivierung der Datenautomatik – dort sind die einzelnen Modelle detailliert erklärt.

Abschaltung der Datenautomatik bei einigen Tarifen nicht möglich

Als wäre die Datenautomatik an sich nicht schon sinnfrei genug, gibt es auch noch einige Tarife und Anbieter, bei denen das Modell Datenautomatik nicht deaktiviert werden kann. Hier greift also in jedem Fall die zusätzliche Abrechnung nach Verbrauch des Inklusiv-Datenvolumens. Unseres Wissens nach ist die Deaktivierung der Datenautomatik derzeit bei folgenden Tarifen nicht möglich:

  • alle yourfone Handytarife
  • maxxim/winSIM LTE Mini SMS 1 GB
  • maxxim/winSIM LTE Mini SMS 2 GB
  • maxxim/winSIM LTE M

Falls Sie weitere Tarife kennen, in denen sich die Datenautomatik nicht deaktivieren lässt, ergänzen Sie die Liste gern mit Ihrem Kommentar.

Alternativen zur Datenautomatik

Sicherlich sind nicht alle Verbraucher so eingestellt wie wir und es hat auch Zuschriften gegeben, welche die Datenautomatik an sich als ein sinnvolles Prinzip hervorgehoben haben. Für einige Nutzer hat die Datenautomatik sicherlich auch Vorteile, unserer Meinung nach allerdings nicht in dieser Form und zu diesen – zum Teil exorbitanten – Zusatzkosten. Unser Wunsch wäre es, dass die Datenautomatik in den kommenden Monaten wieder eingestellt werden würde und das konventionelle Modell der Internet Flat mit Drosselung ab einem bestimmten Datenvolumen wieder Schule machen würde oder zumindest eine Deaktivierung der Datenautomatik in allen Tarifen eingeräumt würde.

Datenvolumen in DänemarkGenerell ist zu beobachten, dass die deutschen Verbraucher hinsichtlich des zugesicherten Datenvolumens eher mager bedacht werden. In Dänemark (ich habe dort in der vergangenen Woche einen TV-Spot im Urlaub gesehen) gibt es beispielsweise für umgerechnet rund 40 Euro einen Handytarif, der über ein sattes Datenvolumen von 30 GB im Monat verfügt, wie der nachfolgende Screenshot zeigt (für Preise in Euro einfach durch 7,45 teilen). In Finnland sind es zum Teil bis zu 50 GB zum gleichen Preis. In Deutschland erhält man für 35 Euro derzeit ein Datenvolumen von maximal 6 GB.

Umfrage: Was halten Sie von der Datenautomatik?

Wir sind gespannt darauf zu erfahren, was Sie von der Datenautomatik halten. Nehmen Sie an unsere Umfrage teil und sagen Sie uns, ob ein Tarif mit Datenautomatik für Sie in Frage kommt oder unvorstellbar ist. Gerne können Sie Ihre Meinung auch durch einen Kommentar begründen.

Was halten Sie von der Datenautomatik?

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Jannik Degner
Hallo, ich bin Jannik und Gründer von allnetflats-in-deutschland.de – bereits seit 2013 berichte ich hier über Allnet Flats, andere Mobilfunktarife, News aus der Welt der Telekommunikation, besondere Schnäppchen und alles, was sonst noch interessant ist.

Ich nutze übrigens ein iPhone 6 zusammen mit dem einem MagentaMobil Tarif der Deutschen Telekom. Aber da ist bald ein Wechsel geplant – bei den günstigen und guten Angeboten, dies es derzeit gibt, lohnt sich das in jedem Fall! 😉

Falls Sie Fragen haben, kontaktieren Sie mich gerne oder hinterlassen Sie einen Kommentar. Ich freue mich darauf!

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